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bluesails Bericht Tuamotus

Artikel aus dem Sailing Journal Ausgabe 2-04

Presse
 

Träumen erlaubt: Sandy Island
Trinidad
"Dienstag, wieso Dienstag? Dann fehlen mir zwei Tage!" Stephan steht vor uns und horcht in sich hinein. "Freitag, ist noch klar." Bevor es losgeht, wird noch die "Blue Ocean" geparkt. Nein, nicht festgemacht, geankert oder so. Sonden regelrecht geparkt. Das geht ganz einfach. Rein in den Travellift und rückwärts mit vier hydraulisch gelenkten Rädern auf den Platz von "Power Boats" (der Werft in Chaguaramas), von der ich nur Gutes berichten kann. In wenigen Minuten ist die Yacht aufgeprallt. Strom, Wasser und Leiter verlegt. Nein, nein, defekt ist nichts. Hier geht es nur um Sicherheit, Kosten und Komfort. Die Werftkosten übernimmt der Veranstalter, weil er während des Karnevals das Antifouling erneuern und den Rumpf polieren lässt. Das schont die Bordkasse.

Die wenigen Wasserliegeplätze sind auf Monate ausgebucht. Wer zum Karneval nach Trinidad will, liegt mit hundert anderen Yachten vor Anker, in der großen Bucht Carenage Bay. Und dann heißt es von Freitag bis Mittwoch: Wer das kürzeste Streichholz zieht, hat Bordwache. Dazu ein Dinghi für acht Typen, die alle zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten und in unterschiedlichster Verfassung an Bord wollen. Da schwimmst man schon mal morgens um fünf durch die halbe Bucht, um in die Koje fallen zu können. Denn das Dinghi ist garantiert immer genau dort, wo es nicht gebraucht wird. Die Werft verfügt über die saubersten Duschen und Toiletten von Trinidad - da kommt Freude auf. Die Werftkneipe, keine 50 Meter entfernt, ist Tag und Nacht der Treffpunkt von "Yachties" und Einheimischen. Die preiswerten Speisen schmecken zwar einfach, sind dafür aber auch einfach gut. Die Mädels, die sie mit breitem Grinsen servieren, haben immer einen Insidertipp für die nächsten 12 Stunden. Mit dem Dinghi geht's in zwei Minuten in die Marina zum eleganten "The Lighthouse", ein für seine Küche bekanntes Restaurant. Alles in allem eine gute Idee, höre ich.

Wie war das mit den besten Tipps? Rein in die Stadt und früh genug Karten holen für eine Open Air Party in St. James. Der Platz ist völlig umgeben von Häusern, daher fühlt sich der Schalldruck der Musik an wie Sturmtraining. Das geht nur mit Papierfetzen in beiden Ohren. Am Anfang war Stephan noch da. Irgendwann sah ich ihn mit Händen und Füßen auf dem Boden (Brücke rückwärts sagt der Sportlehrer dazu) und eine hübsche, junge Kreolin tanzt auf - Entschuldigung - mit ihm. "This I like!" ruft sie und verdreht die Augen. Bestimmt meint sie die Musik. Für zwei von uns Männern ist der Abend schnell zu Ende. Wir eskortieren zwei unserer Mitseglerinnen, denen die laute Pressluft nicht bekommen ist, zum Schiff. Gar nicht so schlecht, so bekommen wir ein wenig Schlaf vor dem nächsten Highlight, dem Festival "Soca Monarch" am folgenden Abend im Queens Park Savanna. Vier Tage und Nächte durchfeiern, auch ohne Alkohol schafft man nicht.

Am nächsten Tag kam Stephan mittags zum Frühstück. Müde, aber in sichtlich guter Laune. Wir hörten zum ersten Mal den Namen "Elizabeth". Mir ist bis heute nicht klar, wie man bei dem Lärm auch nur Namen austauschen konnte.
 
 
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